Geschichte der Gastlichkeit

Wie der Name Kempinski synonym für Luxus und Gastfreundschaft wurde

Das 1897 entstandene Unternehmen Kempinski Hotels ist die älteste Luxushotelgruppe Europas. Von Berlin über Bangkok bis nach Nairobi zählen die hochklassigen Häuser jedoch längst auch im Rest der Welt zu den exklusivsten Adressen

text Isobel Jones

Ein Name, der Jahr um Jahr immer wieder auf den Ranglisten der besten 5-Sterne-Hotels erscheint, ist Kempinski, ein Unternehmen, das im April sein 120-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Denn Europas älteste unabhängige Luxushotelgruppe wurde bereits 1897 in Berlin als Hotelbetriebs-Aktiengesellschaft gegründet. Die Namensgebung des Unternehmens geht auf die Übernahme des von Berthold Kempinski gegründeten legendären Restaurant- und Hotelgewerbes im Jahr 1953 zurück.

Berthold Kempinski, dessen Nachname weltweit mit Luxusunterkünften in Verbindung gebracht wird, wurde 1843 in der damals preußischen Provinz Posen geboren. Seine Familie war bereits erfolgreich im Weinhandel tätig, als er 1872 mit der Eröffnung einer Weinhandlung in der Friedrichstraße in Berlin seine ersten Schritte als Unternehmer wagte. Schon bald konnte er sein noch junges Geschäft um ein mehrräumiges Speiselokal erweitern. 1889 ließ der ambitionierte Geschäftsmann dann die Eröffnung eines Restaurants in der Leipziger Straße folgen, das als das größte ganz Berlins galt.

Berthold Kempinski (1843-1910), Gründer und Namensgeber.

Berthold Kempinskis Erfolg wurde von seinem unternehmerisch veranlagten Schwiegersohn Richard Unger gefestigt. Dieser erhielt für seinen Beitrag zur Entwicklung des Unternehmens die ultimative Anerkennung, als Berthold Kempinski ihm die Firma übertrug – unter der Bedingung, den Namen Kempinski weiterzuführen. Neben seinen Aktivitäten im Weinhandel und der Gastronomie baute Richard Unger ein gewaltiges Immobilienunternehmen auf. 1926 eröffnete an der heutigen Adresse des Kempinski Hotel Bristol, am Kürfürstendamm 27, weiteres beein-druckendes Restaurant.

Richard Ungers Sohn und Berthold Kempinskis Enkel, Dr. Friedrich Unger, übernahm die Führung der Geschäfte nach Ende des Zweiten Weltkrieges. 1953 verkaufte er seine Anteile und den Namen Kempinski an die Hotelbetriebs-Aktiengesellschaft, die zu diesem Zeit-punkt bereits mehrere Häuser führte.  Nach dem Bristol in Berlin war das zweite Grandhotel, das die Gesellschaft 1957 übernahm, das Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg. 1970 stieg Kempinski Hotels mit einer Beteiligung von 50 Prozent in das Hotel Vier Jahreszeiten in München ein, dessen zweiter Gesellschafter die Lufthansa war. 1985 erwarb Lufthansa

Die Küchenmannschaft im Hotel Atlantic in Hamburg.

Anteile an der Kempinski AG und ermöglichte der Hotelgesellschaft damit, auch im Ausland Kempinski Hotels zu betreiben. Die Expansion ging mit großen Schritten voran, sodass Kempinski Hotels heute insgesamt 75 Fünf-Sterne-Hotels in 30 Ländern betreibt. Auch wenn sich 
die Unternehmensstruktur über die Jahre geändert hat, wurde dabei nie der Anspruch auf Exklusivität und Individualität sowie exzellenten Service und erstklassige Gastlichkeit aus den Augen verloren.

Die Weinhandlung M. Kempinski & Co., Stammhaus in der Leipziger Straße 25 in Berlin.

Dieses Bild entstand um 1908

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Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Frühling 2017

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